Hilfstransport Ukraine 2019

Hilfstransport nach Torun in den ukrainischen Karpaten

Aus dem Tagebuch: Brigitte Stein-  Wir helfen Menschen – Ukrainefahrt 2019
vom 25.02.2019 – 01.03.2019 –

Sonntag 24.02.2019

Viele Hände, ein rasches Ende….kann man leider nicht sagen. Mit vielen Helfern laden wir 10 Stunden unseren LKW. Alles wird so gut gestapelt, dass wir 100 Schultische, 250 Stühle, 3 Schultafeln, eine Küchenzeile, 2 Elektroherde, 1 70 Liter Boiler, Musikinstrumente, Computer, Krankenbetten, Rollstühle, Krankenhauszubehör unterbringen. Die Zwischenräume werden mit 250 Kisten voll Spielzeug, Stoffen, Heften, Druckerpapier, Kleidern, Schuhen usw. ausgefüllt.

 

 

Montag 25.02.2019

Der Tag ist sonnig und warm, als wir um 15.30 Uhr aufbrechen: ein 40-Tonner-LKW mit Reinhold und Thomas als Fahrer und im Begleitfahrzeug einem Opel Vectra Brigitte, Josef und Hans. Wir haben eine lange Strecke vor uns, um in die ukrainischen Karpaten zu kommen. Die Fahrt geht über Straubing nach Passau und dann Richtung Wien.

 

 

Dienstag 26.02.19

Gegen 0.30 Uhr umfahren wir Budapest und legen eine 3/4 stündige Pause ein. Danach geht es weiter, auf einer inzwischen gut ausgebauten Straße, Richtung Zahony, zur ungarisch-ukrainischen Grenze, die wir um 10 Uhr erreichen.

Der Rektor und der Deutschlehrer der Schule warten beim ukrainischen Zoll bereits auf uns, um bei der Zollabfertigung des LKW`s behilflich zu sein. Es gibt viele Papiere die ausgefüllt werden müssen: hier noch ein Stempel, dort noch eine Unterschrift… es dauert!

Um 12.30 Uhr haben wir es geschafft. Allerdings müssen wir noch zum Zoll nach Chust. Die holprigen Straßen und Wege bestehen nur noch aus Schlaglöchern.

Um 16.30 Uhr muss der LKW im Zollgelände abgestellt werden. Trotz aller Versuche unserer Ukrainer, bekommen wir keine Freigabe unserer Ladung.

Es wird schon dunkel als wir um 17.15 Uhr im Begleitfahrzeug hinter unseren Helfern die 89 km lange Passstraße, die nur noch aus Schlaglöchern besteht, in die Berge fahren. Der Regen geht langsam in Schnee über. Es ist stockdunkel, denn es gibt keine Straßenbeleuchtung, als wir nach 2 3/4 Std. endlich in Torun bei Maria, der Deutschlehrerin ankommen. Nach einem typisch, ukrainischen Essen fallen wir nur noch in unsere Betten.

 

 

Mittwoch 27.02.2019

Um 8 Uhr serviert uns Maria ein warmes Frühstück mit Suppe, Gemüse, Fleisch, Grütze usw.. Es wird mit dem Zoll telefoniert, aber so wie es aussieht, bekommen wir den LKW erst am Donnerstag. Es geht wieder um die genehmigten Ladelisten, die eigentlich nur verglichen werden müssen.

Wir gehen in die Schule und Igor, der Rektor führt uns, wie immer, durch die Klassenzimmer. Es werden hier derzeit 241 Schüler in 12 Klassen unterrichtet.

Von den 6jährigen Kindern hören wir Gedichte, Lieder und Spiele in deutscher Sprache. Das Interesse bei den 17jährigen ist groß, als sie Fragen über Deutschland, das Leben, die Politik, was Jugendliche für Hobbys haben usw., an Brigitte stellen.

Wir haben wieder Kisten voll Stoffe und Nähutensilien für das von uns eingerichtete Nähzimmer, einige neue Computer und Zubehör für unseren Computerraum, eine große Orgel, Gitarren, Flöten und andere Musikinstrumente für den Musikunterricht und natürlich wieder Sportgeräte und Sportbekleidung, dabei. Durch unsere Skiausrüstungen, die wir in den letzten Jahren mitgebracht haben, entstand eine Skiklasse, die bereits bei Meisterschaften teilgenommen und Preise gewonnen hat.

Als nächstes besichtigen wir das ganze Schulhaus und vermerken, was dringend benötigt wird, angefangen von der Heizung, denn die Kinder sitzen teilweise mit Mützen und Jacken im Unterricht. Es gibt wieder eine lange Liste, obwohl wir nur das Nötigste notieren.

Danach gehen wir Strecken um die ganze Schule ab und beratschlagen, wo wir alles abladen. Durch den Schnee und das viele dicke Eis ist es unmöglich den LKW in den Schulhof zu fahren und zu wenden.

Nachmittags wandern wir auf der vereisten Straße noch zur nächst höheren Ortschaft Breslup. Auch hier gibt es wieder eine Schule!

Abends sind wir beim Rektor, als kleines Dankeschön, eingeladen. Seine Frau, die auch als Lehrerin an der Schule arbeitet, will genau wissen, was für Fragen die Kinder an Brigitte gestellt haben. Maria, die Deutschlehrerin übersetzt.

 

Donnerstag, 28.02.1019

Unsere LKW-Fahrer und Hans, der sie im Begleitfahrzeug zum Zoll fahren muss, bekommen um 5.30 Uhr ihr Frühstück. Auch Igor, der Rektor und Marias Sohn, der auch Deutschlehrer ist, fahren mit, denn beide besitzen kein Auto.

Vieles muss wieder übersetzt, unterschrieben werden und dann endlich ist der LKW freigegeben.

Brigitte und Josef gehen in der Zwischenzeit zum Kindergarten, verteilen Süßigkeiten an die Kleinen und schauen auch dort die Räumlichkeiten genau an. Es fehlt eine Heizung. Die Räume werden nur mit 2 elektrischen Strahlern beheizt. Es ist kalt. Auch hier muss dringend etwas verändert werden.

Anschließend besuchen sie die Krankenstation, die am Ende der Dorfstraße liegt. Sie sprechen mit dem Arzt und teilen ihm mit, was im LKW für ihn dabei ist. Die Freude ist groß, denn auch hier fehlt es am Nötigsten.

Um 12 Uhr kommt endlich unser LKW. Er wird so gut es geht, am Rand der Straße geparkt.

2 kleine offene Lastwägen, die der Rektor inzwischen organisiert hat, docken an unsere Ladefläche und so wird der Inhalt unseres LKW´s erst umgeladen, dann zur Schule gefahren und dort abgeladen. Alle Jungen (17/18 Jahre) der oberen Klassen helfen mit und so schaffen wir es tatsächlich in 3 1/4 Stunden. Unser 40 Tonner ist leer. Kinder und Dorfbewohner stehen und schauen neugierig zu, was alles ausgeladen wird.

Die Köchinnen haben im „kühlen“ Speisesaal der Kinder für uns ein Abschiedsessen gezaubert.

Um 16 Uhr brechen wir auf. Der LKW muss kilometerweit rückwärts den Berg hinab fahren, bis es eine Stelle gibt, wo er wenden kann. Reinhold, unser 81 jähriger LKW-Fahrer, ist einfach nur zu bewundern!

Auch auf der Rückfahrt, trotz Bestechungsgeld, stundenlange Wartezeiten an der Grenze!

Die ganze Nacht wird abwechselnd durchgefahren.

 

Freitag, 01.03.2019

Auch sonst gibt es leider viele Schwierigkeiten. Am späten Nachmittag erreichen wir, vollkommen fertig, die Stadt Cham.

Leider konnten wir dieses Mal keine Lebensmittel an arme Familien verteilen, denn viele dieser Häuser waren durch die Schneefälle, nicht zu erreichen. Außerdem waren wir unter Zeitdruck, denn der LKW musste rechtzeitig in Deutschland an den Besitzer zurück gegeben werden.

Wir planen im Sommer die nächste Fahrt. Zuerst wieder zum Kloster der „Mallersdorfer Schwestern“ nach Oradea in Rumänien. Diese betreuen behinderte Kinder und Jugendliche und kennen viele hilfsbedürftige Familien, denen geholfen werden muss.

Abschließend hoffen wir, dass wir in Torun, wichtige Baumaßnahmen in Angriff nehmen können. Wir wollen auch wieder zu den kleinen Einöden wandern und alte, kranke und arme Menschen mit notwendigen Grundnahrungsmitteln versorgen.

 

Tagebuch: Brigitte Stein

Wir helfen Menschen – Ukrainefahrt 2019